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Reservelehrer gegen Unterrichtsausfall gefordert — Volksbegehren scheitert

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Unterrichtsausfall
Dez
8
2015

Unterrichtsausfall; Bild: PhotoSG

Der Kampf um mehr Lehrkräfte in ganz Deutschland tobt bereits Monate. Vor allem in Berlin und Brandenburg ist die Lage katastrophal. Wegen des ständigen Unterrichtsausfalles wurde bereits ein Volksbegehren durchgeführt. Allerdings fehlten hierbei knapp 2000 Unterschriften, weswegen das Volksbegehren bereits in der ersten Stufe scheiterte. Ziel der Initiatoren des Volksbegehrens ist es, dass endlich mehr Vertretungslehrer eingestellt werden, die den Unterrichtsausfall abfangen können. Trotz dieser ersten Niederlage, gibt die Lehrergewerkschaft jedoch nicht auf. Nun soll das Ziel auf anderem Wege weiter verfolgt werden.

Eine knappe Niederlage

Seit vergangenem Donnerstag steht fest, dass das Berliner Volksbegehren „Unterrichtsausfall“ nur ganz knapp gescheitert ist. Über die letzten sechs Monate wurden fleißig Stimmen gesammelt. Die Auszählung ergab, dass ganze 18.000 Bürger das Volksbegehren unterstützten. Leider dennoch zu wenige, denn um die zweite Stufe eines Volksbegehrens zu starten, braucht es 20.000 Bürgerstimmen. Diejenigen, die zu dem Volksbegehren aufgerufen hatte, war die Initiative „Bildet Berlin“. Erklärtes Ziel bei der Aktion war, dass an Schulen eine sogenannte „Vertretungsreserve“ eingerichtet werden sollte. Diese sollte den Unterricht auch im Falle eines erkrankten Kollegen garantieren. Die Berechnung der benötigten Lehrerreserve gestaltete sich, laut „Bildet Berlin“, recht einfach. Weil etwa zehn Prozent des Unterrichtes ausfallen, sollten einfach zehn Prozent mehr Lehrer eingestellt werden. Zusammen addiert, verliert ein Schüler im Laufe seines Werdegangs durch den Ausfall ein gutes Jahr an Schulstoff.

GEW fordert 110% Personal

Applaus für die Volksinitiative gab es vergangenen Donnerstag von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW). Laut GEW sei diese Initiative „hoch anzuerkennen“ und verdiene Respekt, wie der Vorsitzende verlauten ließ. Laut GEW sei es fahrlässig nur mit 100 Prozent Personal zu planen. Ihrer Ansicht nach, ginge auch keine Fußballmannschaft ohne Ersatzspieler aufs Spielfeld. Die GEW unterstützt die Forderung der Initiative nach mehr Lehrern und fordert eine 110 prozentige Personalausstattung.

Grüne befürworten Initiative

Auch die Grünen äußerten sich positiv zu der Bürgerinitiative und bedauerten deren Scheitern. Die Bildungsexpertin der Linksfraktion vertritt sogar die Meinung, dass eine Abstimmung über dieses Thema förderlich gewesen wäre. Allerdings hätte man bei den Forderungen nach mehr Personal nicht berücksichtigt, dass es auch zu wenig Sozialarbeiter, Sonderpädagogen und Schulhelfer gebe. Die CDU dagegen findet das Scheitern der Abstimmung nicht allzu schlimm, denn sie vertreten die Ansicht, dass eine Vertretungsreserve von lediglich fünf Prozent ausreichen würde.

Aufgrund der Aktualität dieses Themas, schaltete sich nun auch die Senatsverwaltung ein. Diese rechnet bezogen auf den Unterrichtsausfall nämlich mit anderen Zahlen, als die Bürgerinitiative. Tatsächlich würden acht der besagten zehn Prozent des Unterrichtsausfalles als vertreten gelten. Wirklich ausfallen würden lediglich zwei Prozent. Bildet Berlin wirft der Senatsverwaltung nun eine Verschleierung des tatsächlichen Ausfalles vor, denn auch wenn Klassen zusammengelegt werden oder Schüler mit Aufgaben nach Hause geschickt werden, gelte das als „Vertretung“.

Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. facebook.com – Initiative „Bildet-Berlin“
  2. rbb-online.de – GEW fordert weiter zehn Prozent Reserve-Lehrer
  3. tagesspiegel.de – Volksbegehren Unterrichtsausfall ist gescheitert

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