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Lehrer stellen der Inklusion schlechtes Zeugnis aus

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Behinderte Schülerin im Rollstuhl lächelt
Jun
6
2017

Schlechtes Zeugnis für Inklusion; WavebreakmediaMicro - Fotolia

Das Lehrpersonal an deutschen Regelschulen muss immer wieder feststellen, dass sowohl die Ausstattung der Bildungseinrichtungen als auch die adequate Vorbereitung der Pädagogen für eine erfolgreiche Ausführung des Inklusionsprozesses unzureichend ist. Für manche Lehrer eine nicht zu überwältigende Herausforderung, für andere wiederum eine einzigartige Gelegenheit, ihre pädagogische Kompetenz auf höchster Ebene zu realisieren, indem sie Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von förderungsbedürftigen Kindern intensiv praktizieren.

Schüler mit besonderen lernspezifischen Anforderungen

Das Kernelement der inklusiven Bildung und Erziehung ist, dass allen Kindern das Recht auf eine umfassende Wissensaneignung sowie ihre Förderung parallel zu einer optimalen Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten gegeben ist. In einer dynamischen Lernumgebung, die interaktive Kooperation unter intensiver Einbeziehung von vertrauensaufbauenden Unterrichtsmethoden fördert, können Schüler mit besonderen Bedürfnissen ihr Lernpotential effektiv ausbauen. Zugegeben, sie benötigen differenzierte Lernkonzepte analog ihrer Informationsverarbeitungs- und Lernfähigkeit. Die Erstellung dieser sowie ihre Anwendung im Rahmen des Klassenunterrichts ist oftmals äußerst anspruchsvoll und ohne die Unterstützung einer zweiten Lehrkraft oder eines Sonderpädagogen nicht ausreichend praktizierbar.

Physisch oder psychisch behinderte Kinder dürfen auf Grund ihres „Anderssein“ nicht zusätzlichen Belastungen im schulischen Umfeld ausgesetzt werden. Deswegen ist es von grundlegender Wichtigkeit, dass sowohl Mitschüler als auch Lehrer eben dieses Anderssein akzeptieren, es als etwas Besonders respektieren und als eine Bereicherung verstehen. Der Abbau von Vorurteilen und das Üben von Toleranz sollte ein fest integrierter Bestandteil eines wirksamen Erziehungsprozesses junger Menschen sein. Für Kinder ohne sonderpädagogischem Bedarf ist ein solches inklusives Lernumfeld keineswegs von Nachteil, sondern es begünstigt ihren individuellen Reifeprozess. Auf diese Weise werden sie auch besser in der Lage sein, sich ihrer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mitschülern bewusst zu werden. Ein verantwortliches Mitdenken und die Förderung des Verständnisses untereinander entfaltet und ermutigt smartes Engagement seitens aller Schüler. Selbstverständlich bedarf es inklusionsbereiter Lehrer, die es verstehen, mit positiver Energie und der richtigen Motivation die Gestaltung des Unterrichts in einem heterogenen Lernumfeld geschickt zu balancieren.

„Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“

Inklusion wird im deutschen Bildungssystem definitiv in die richtige Richtung gelenkt. Zweifellos besteht vielerorts großer Ausbaubedarf, andererseits haben zahlreiche Schulen erkannt, dass sie sich über eine beispielhafte Inklusion profilieren können. Die Kultusministerien müssen sich mit dieser Priorität produktiver auseinandersetzen, Förderinitiativen entwerfen und finanzielle Mittel bereitstellen, um vor allem Lehrkräfte und Sonderpädagogen in Lehrerseminaren mit den erweiterten methodischen Lehrkonzepten des inklusiven Schulbetriebs vertraut zu machen. Pädagogische Institute und Hochschulen haben die Pflicht den Schwerpunkt ihrer Studienprogramme auf neu angepasste didaktische Methoden und Konzepte zu lenken, um die Anwendung von inklusiven Praktiken durch die neue Generation von Lehrern und Pädagogen zu gewährleisten. Desweiteren darf die effektive Umsetzung des Inklusionsprogrammes nicht durch weniger kooperatives Schulpersonal beeinträchtigt werden. Allein im Rahmen einer ergebnisreichen Zusammenarbeit zwischen ausnahmelos allen Lehrkräften und den an Regelschulen tätigen Sonderpädagogen mit behindertenspezifischen Fachausbildungen sowie Eltern und Schülern kann inklusive Bildung nutzbringend und erfolgreich umgesetzt werden.

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