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Lehrer beklagen das schlechte Schriftbild der Schüler

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Lehrer in der Schule
Apr
8
2015

Würde man das Vorurteil „ Ärzte haben eine Sauklaue“ für bare Münze nehmen, würde auf nahezu jedem Schüler heutzutage ein Halbgott in Weiß werden. Immer mehr Lehrer beklagen nämlich das katastrophale Schriftbild ihrer Schüler. Da fragt man sich doch: Warum tut die Lehrerschaft nicht effektiv etwas dagegen?

Damals…

Wer sich noch an seine Grundschulzeit erinnern kann, der kennt bestimmt auch noch die Schreibübungen, die man als ABC-Schütze absolvieren musste. Gefühlte 100 Male malte man einen Buchstaben in schöner geschwungener Schreibschrift nach und fügte diese dann in extra „Schreibschrift-Übungsbüchern“ zu den ersten Wörtern zusammen. Was ist also von der „Generation Schönschrift“ zur „Generation Sauklaue“ passiert? Wird schlichtweg nicht mehr genug Wert auf schöne Schrift gelegt?

Schlechte Schrift hindert beim Lernen

Es klingt zwar wie eine schlechte Ausrede, aber viele Kinder lernen tatsächlich schlechter, weil sie ihre eigene Schrift nicht lesen können. Viele Lehrer sehen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen abnehmender Schulleistung und der unleserlichen Schrift vieler Schüler. Natürlich ist diese Behauptung nicht allzu weit hergeholt, denn der Zusammenhang zwischen Schreib und Lernvorgängen wurde bereits bestätigt. Durch Schreiben prägt sich das Erlernte wesentlich besser und auch langfristiger ein. Doch wie soll das gehen, wenn viele der Kinder nicht mal eine halbe Stunde beschwerdefrei schreiben können? Da kann man dann durchaus verstehen, wenn der ein oder andere Lehrer am liebsten wieder „Schönschrift-Noten“ einführen würde.

Täter Smartphone und Co. ?

Natürlich sucht man bei solch einer gravierenden Entwicklung zunächst den oder die Schuldigen. Fakt ist jedoch, dass sich für das verkümmerte Schriftbild die voranschreitende Technisierung geradezu aufdrängt. Bereits in der Grundschule hält das Smartphone nämlich bereits Einzug und viele Schüler tippen bereits in jungen Jahren um einiges flotter, als sie schreiben. Doch nicht nur in den Grundschulen ist dieses Phänomen zu beobachten, sondern auch an den Universitäten und Hochschulen wird immer weniger handschriftlich gearbeitet. Die Vorlesungssäle sind voller leuchtender Monitore und das, was zuvor noch mühsam abgeschrieben werden musste und dabei auch gelernt wurde, wird mittlerweile mit einer schnellen Tasten-Kombi einfach eingefügt. Deutlich mehr Probleme mit dem Schriftbild haben im Übrigen Jungs. Die Lehrer bemängeln immer wieder die fehlende Feinmotorik und die fehlende Übung.

In Zukunft nur noch Druckbuchstaben

Finnland und die Schweiz machen es bereits vor, denn sie sind dabei die Schreibschrift abzuschaffen und nur noch auf das Lernen mit Computer zu setzten. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass Handschrift auch ganz elementare Dinge wie das strukturierte und nachhaltige Denken fördert und auch ein Ausdruck von Persönlichkeit sein kann. Wie immer liegt es auch nicht nur an den Kindern, sondern auch an ihren Lehrern, denn diese trumpfen nicht immer mit einem wunderschönen Schriftbild auf. Vor allem in der Naturwissenschaft gibt es immer wieder einige Lehrer, bei denen man meint sie würden eher Alt Ägyptisch, statt Algebra unterrichten. Nicht desto trotz sollte das Thema Handschrift ernst genommen werden und auch die Eltern sollten, durch gezielte Übungen mit ihrem Kind, ihren Teil zur Schönschrift beitragen.



Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. spiegel.de: Umfrage unter 2000 Pädagogen: Lehrer beklagen schlechte Handschrift bei Schülern“
  2. faz.net: Erschöpft nach 30 Minuten – Handschrift von Schülern immer schlechter
  3. derwesten.de: Handschrift – Unleserlich und langsam: Lehrer klagen über Schüler-Schrift
  4. uni-giessen.de: Lernen durch Schreiben? Thesen zur Unterstützung sprachlicher Risikogruppen im Sachfachunterricht

2 Kommentare

  1. Avatar Thomas Glat 28. September 2015
  2. Avatar Josefine die schöne 26. September 2015

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