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Bildungsstudien machen klar: Die Vergabe der Noten ist nicht vorurteilsfrei

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Mädchen schaut sich die Klassenarbeit an
Jun
13
2016

Laut Bildungsstudien ist die Vergabe der Noten nicht vorurteilsfrei; Foto: egine schöttl - Fotolia

Schülerinnen trauen sich in Mathematik weniger zu. De facto schneiden Mädchen in den naturwissenschaftlichen Fächern schlechter ab. Bei gleicher Leistung. Studien haben gezeigt, dass Schülerinnen um circa 0,8 Notenpunkte schlechter bewertet werden als ihre männlichen Klassenkameraden. Du bist ein Mädchen? Dann nimm Deine Mathearbeit kritisch unter die Lupe. Für den Fall, dass mehr Leistung drin steckt, als dein Lehrer annimmt.

Noten sind ungerecht

Das weiß jeder, der schon einmal die Schulbank gedrückt hat. Denn Bewertungen sind stets subjektiv. Der professionelle Umgang mit Lernleistungen wird deinen Physiklehrer nicht davon abhalten, dir intuitiv die schlechtere Note zu geben.

Weil du ein Mädchen bist.

Dieses interessante Ergebnis hat eine neue Studie der Lernforscherin Sarah Hofer erbracht. Sie belegt, dass es das Vorurteil, Mädchen seien schlechter in Mathematik oder Physik, immer noch gibt. Besonders junge Lehrerinnen und Lehrer lassen sich vom Namen auf dem Papier verleiten. Die Folge: Mädchen erhalten eine um circa 0,8 schlechtere Note als ihre männlichen Mitschüler.

Entscheidet der Vorname per se über bestehen oder nicht bestehen?

Der Name macht´s!

Nicht nur das Geschlecht führt zu Ressentiments bei der Notenvergabe. Es entstehen bereits Animositäten beim Namen des Kindes. Passt auch noch das Verhalten des Schülers zu ihrem vorgefassten Bild, kann es tatsächlich die schlechtere Note bekommen. Wenn Kevin oder Chantal ungern aufpassen, gelegentlich ein Schwätzchen halten oder schubsen, werden sie eventuell schlechter beurteilt als Max oder Nora.

Die Herkunft entscheidet mit

Müssen Schüler aus bildungsfernen Haushalten ebenfalls mit schlechteren Noten rechnen? Auch das ist der Fall.Eine Studie im Auftrag der Vodafone – Stiftung hat bewiesen, dass an den Schnittstellen der Schullaufbahn die soziale Herkunft des Schülers in die Leistungsbeurteilung einfließt. In fast 30% der Fälle erhalten Kinder aus bildungsfernen Familien trotz gleicher Leistung schlechtere Noten als Schüler aus bildungsnahen Kreisen.

Beim Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium oder beim Abitur wirkt das Urteil des Lehrers im Zusammenhang mit dem sozialen Status des Kindes wie eine regulierende Komponente. Die Entscheidungen sind nicht etwa Ausdruck bösen Willens, sondern können sozial benachteiligte Jugendliche vor späterer Überforderung bewahren.

Noten sind nicht uniform

Aus einer schlechten Note kann man nicht zwingend folgern, dass der Schüler schlecht ist. Noten zeigen lediglich, welchen Rang der Schüler in einem Moment in der Klasse belegt. Diese Platzierung unterliegt der subjektiven Einschätzung des Lehrers. Zumal er Richtlinien benutzt, die sich am Notendurchschnitt orientieren. Besonders gute oder auffallend schlechte Klassenleistungen muss er vor der Schulleitung rechtfertigen. Diese liefern nicht nur Aussagen über die Leistungen der Schüler. Sie lassen auch auf die Kompetenz des Fachlehrers schließen. Eine gefühlte „zwei“ kann so im Handumdrehen zur Note „befriedigend“ mutieren, wenn die Arbeit zu simpel konzipiert war.

Erlesene Gesellschaft

In unserem Schulsystem werden Noten verwendet, um zu selektieren. So gesehen ist die gerechte Benotung essenziell. Aber wie können wir Kinder dazu anregen, Spitzenleistungen in der Schule zu vollbringen, wenn die Leistungsermittlung derart subjektiv gehandhabt wird? Wenn Enttäuschungen vorprogrammiert sind, bleiben bekanntlich Motivation und Beteiligung auf der Strecke.

Lehrer sollten in der Lage sein, ihre eigenen Vorurteile kritisch zu hinterfragen und sich fortzuentwickeln. Wer das nicht schafft, hat immer die Möglichkeit, im Sinne der Objektivität den Namen des Kindes auf dem Papier unkenntlich machen. Mittlerweile werden Mädchen häufiger für das Gymnasium empfohlen als Jungen. Das liegt vor allem daran, dass Schülerinnen eine größere Leistungsbereitschaft als ihre Klassenkameraden zeigen.

Die Bereitschaft, sich anzustrengen, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor bei den Zensuren. Gleiche Leistung – schlechtere Note. Und trotzdem schaffen es Mädchen, den Jungen problemlos auf Augenhöhe zu begegnen. Zuweilen liegt der gerechte Ausgleich ganz einfach in der Natur der Dinge.

Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. magazin.sofatutor.com: Studie: Stereotype im Klassenzimmer bleiben bestehen
  2. www.tagesspiegel.de: Bei gleicher Leistung mies benotet
  3. www.focus.de: Noten-Fairness: Zensuren sind nicht allein eine Frage der Leistung

Ein Kommentar

  1. Avatar Marita 19. Juni 2016

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