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Bertelsmann-Studie: Baden-Württemberg will Abbau von Lehrerstellen stoppen!

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Gespräch zwischen lehrerin und Schülern
Jul
19
2017

Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) will den Abbau von Lehrstellen in ihrem Bundesland unterbinden. Foto: contrastwerkstatt - Fotolia

Eine umgehende Reaktion auf die Ergebnisse der jüngsten Bertelsmann-Studie zum aufkommenden Schülerboom gab es vonseiten der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann (CDU). Die Ministerin kündigte Konsequenzen an und will den Abbau von Lehrerstellen in ihrem Bundesland unterbindeno.

Lehrermangel im Südwesten

Noch in der vorangegangenen Legislaturperiode sahen die Planungen der Landesregierung etwa 700 Stellenstreichungen bei den Lehrkräften im Zeitraum zwischen den Jahren 2018 und 2020 vor. In einer am vergangenen Mittwoch einberufenen Pressekonferenz äußerte sich die Kultusministerin zu ihren Vorstellungen, auch im Hinblick auf die aktuelle Situation. „Mein Ziel ist es, den Abbau auszusetzen und den Bedarf im Lichte der aktuellen Zahlen neu zu prüfen. Der Stellenabbau ist jetzt ein falsches Signal zur falschen Zeit“, so Eisenmann.

Nahezu zeitgleich warnte der Verband Bildung und Erziehung (VEB) sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor erheblichen Fehlstellen bei der Lehrerschaft im Südwesten. Aufgrund der neuen Prognose und den massiv ansteigenden Schülerzahlen gehen die Lehrerverbände davon aus, dass bis zum Jahr 2025 an den Grundschulen 3300 zusätzliche Pädagogen benötigt werden. Allein für den Südwesten der Bundesrepublik sprechen Gewerkschaftsvertreter von 8000 zusätzlichen Stellen an den rund 2500 Grundschulen.

Planungen der Minsterin

Kultusministerin Susanne Eisenmann will die laufenden Haushaltsverhandlungen des Landes Baden-Württemberg dafür nutzen, um ihre bildungspolitischen Vorstellungen unter Berücksichtigung der drohenden Notsituation einzubringen. Die Ministerin bestätigte, dass bereits aktuell an vielen Schulen lediglich ein Pflichtunterricht gewährleistet werden könne. Zur Besserung der Lage sei bereits im Gespräch gewesen, ältere und bereits pensionierte Lehrer zum Weitermachen zu bewegen. Gymnasiallehrer könnten bei entsprechender Besoldung auch an Grundschulen zum Einsatz kommen und die Abordnungen von Lehrkräften zur Schulverwaltung müssten genauer überprüft werden.

Auch die sogenannte Fremdevaluation, eine qualitätsprüfende Bewertung durch Lehrer anderer Schulen soll ab dem kommenden Schuljahr vorerst eingestellt werden. Die hierfür verwendeten Lehrkräfte könnten dann wieder selbst unterrichten. Diese Maßnahme ergibt sich aus der geplanten Schließung des Landesamtes für Schulentwicklung. Eine entsprechende Benachrichtigung der Ministerin an die Schulen sei bereits erfolgt. Laut Eisenmann wird die Schaffung eines Nachfolgeinstitutes, welches ähnliche Aufgaben übernehmen könnte, vor dem Jahr 2019 nicht erwogen.

Eine weitere Überlegung der Kultusministerin zielt darauf ab, den Fremdsprachenunterricht in der Grundschule erst ab der 3. Klasse beginnen zu lassen. Entgegen vielen anderen Bundesländern wird in Baden-Württemberg der Englisch- oder entlang des Rheins der Französischunterricht bereits im 1. Schuljahr. Hierdurch würden sich nach Meinung der Ministerin weitere 630 Lehrerstellen gewinnen lassen, die dann in sogenannte „Poolstunden“ zur Förderung und Stärkung des Lesens, Schreibens und Rechnens verwendet werden könnten.

Es besteht noch Beratungsbedarf

VBE Landeschef Gerhard Brand äußerte sich gegenüber der Presse dahin gehend, dass Frau Eisenmann ihre Vorstellungen im Detail erläutern müsse und wie sie der Situation konkret begegnen wolle. Ferner hänge wohl aber auch vieles davon ab, in welcher Höhe das Finanzministerium entsprechende Gelder bereitstellen könne. Brand wies in diesem Zusammenhang auf wichtige zwei „Stellschrauben“ im Kampf gegen den Lehrermangel hin: „Die Lehrerausbildung muss jetzt intensiviert werden. Wer sich heute über steigende Geburtenraten freut, muss in sechs Jahren mehr Lehrkräfte ausgebildet haben. Zweitens muss es finanzielle Anreize geben, die den Lehrerberuf attraktiver machen, insbesondere durch eine bessere Besoldung der Grundschullehrer.“ Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin der Grünen, sieht noch dringenden Beratungsbedarf bevor die Vorschläge der Kultusministerin zur Vorlage in das Kabinett gehen können.

Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. news4teachers.de: Erste Reaktion auf die Schüler-Boom-Prognose: Eisenmann will Abbau von Lehrerstellen aussetzen
  2. swr.de/: Haushalt in Baden-Württemberg: Landesregierung streicht keine Lehrerstellen
  • stuttgarter-nachrichten.de/: Bertelsmann-Studie: Schüler-Boom erfordert mehr Lehrer und Klassenzimmer
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