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Wissen

Karrierewege an den Universitäten sollen verbessert werden

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Dozentin an der Unviversität
Nov
12
2015

Dozentin an der Universität; Bild: Photographee.eu - Fotolia

Der Wissenschaftsjob an den deutschen Unis steht derzeit im Focus der reformbedürftigen Gesetze, denn er hat so manche Tücken. Der weit verbreiteten Unsitte, die Mitarbeiter jahrelang mit schlecht bezahlten unbefristeten Verträgen abzuspeisen, soll jetzt durch einen Gesetzesentwurf im Bundestag Einhalt geboten werden.

Verträge

Promovierte wissenschaftliche Mitarbeiter, Dozenten und Forscher lehren und erforschen an deutschen Hochschulen und werden von Projekt zu Projekt weitergereicht. Hintergrund sind die Zeitverträge mit Anschlussverträgen, die von nur drei Monaten bis auch einmal ein paar Jahre variieren können. Arbeitslosigkeit zwischendurch ist dabei nicht ausgeschlossen. Auch nach jahrelangen Kurzzeitverträgen können die Unis diese einfach auslaufen lassen. Ein hoher Prozentsatz der Wissenschaftler hat kaum eine Aussicht auf eine feste Stelle. Aber was würden die Unis ohne ihre schlecht honorierten Arbeitskräfte machen?

Aussichten und Lebensplanung

Es bleibt die Unsicherheit bis ins hohe Alter hinein, ob man auf diesem Arbeitsgebiet weiterbeschäftigt wird oder nicht. Die fehlende Planungssicherheit für Berufs- und Privatleben wirken sich nicht nur negativ auf die Forscher und ihre Familien aus. Auch die Qualität der Wissenschaft leidet darunter. Lehrveranstaltungen werden nicht mehr so intensiv geplant und überarbeitet. Wozu auch, wenn nicht sichergestellt ist, dass man auch in Zukunft noch Dozent seiner Veranstaltung ist. Lehrbeauftragten fehlt nicht nur eine faire Bezahlung, sondern auch die soziale Absicherung. Steuern und Sozialabgaben fallen selbstverständlich den Beschäftigten zur Last. Und das ist alles nach dem Wirtschafts-Zeitvertragsgesetz praktikabel.

Das Wissenschafts-Zeitvertragsgesetz

Wie konnte es kommen, dass trotz hoher Investitionen durch die Bundesregierung es zu dieser ausgeprägten Fehlentwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Hochschulen gekommen ist? Eine wesentliche Voraussetzung ist das Wissenschaftszeitvertragsgesetz. In seiner jetzigen Form ermutigt es den Arbeitgeber, Beschäftigungsverhältnisse zu befristen. Im „Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs 2013“ (siehe weitere Quellen unter dem Artikel) ist unter dem Punkt „Hochschulpolitischen Leitthemen“ vermerkt, dass „die Sorge um die Attraktivität des wissenschaftlichen Berufsweges wächst“. Das deutsche System sei für junge Wissenschaftler in der Qualifizierungsphase nicht attraktiv genug. Grund seien die langen Phasen der Unsicherheit, die Befristung der Beschäftigungsverhältnisse und die im Vergleich mit anderen Berufen für Hochqualifizierte niedrige Bezahlung.

Vorschläge der GEW

Nach Schätzungen der Gewerkschaft GEW sind fast 200.000 Wissenschaftler von Kurzzeitverträgen betroffen – ermöglicht durch das seit 2007 in Kraft getretene „Wirtschaftszeitvertragsgesetz“. Die GEW fordert Dauerstellen für längere Projekte, Mindestlaufzeiten für befristete Verträge und berechenbare Perspektiven für Postdoktoranden.

Befristete Verträge an Hochschulen sind rechtmäßig?

Das hessische Landesarbeitsgericht hat im August 2015 in einem Berufungsverfahren gegen die Klage eines diplomierten Mathematikers entschieden. Er forderte nach 16 befristeten Verträgen einen festen Arbeitsvertrag. Das Gericht vertritt die Auffassung, „dass eine Stelle für wissenschaftliches Personal für eine bestimmte Aufgabe befristet besetzt werden dürfe, wenn diese Stelle aus Drittmitteln finanziert werde, die nicht dauerhaft zur Verfügung stehen“. Dies sei auch dann zulässig, wenn ein Bundesland wie etwa Hessen diese Mittel zur Verfügung stelle. Diese Klage ist kein Einzelfall. Bundesweit werden von wissenschaftlichen Mitarbeitern Klagen gegen deutsche Hochschulen geführt. Zum Teil mit Erfolg.

Laut statistischem Bundesamt werden zwei Drittel der Doktoranden durch drittmittelfinanzierte Stellen, die in größere Forschungsvorhaben verknüpft sind, gefördert. 20% sind an einer Forschungseinrichtung oder einem anderen Arbeitsplatz außerhalb der Universität angestellt, die auch zum großen Teil befristet arbeiten. Wenn hochqualifizierte Mitarbeiter die Forschungseinrichtungen an den Hochschulen verlassen müssen, weil ihre Verträge auslaufen, geht viel Erfahrung verloren, die sie in die Prozesse und Ausrüstung investiert haben. Nicht nur das System arbeitet ineffizient, wenn die sündhaft teuren Forschungsgeräte nicht kontinuierlich betreut werden, sondern es werden auch wissenschaftliche Leistungen verschwendet, wenn ein Projektmitarbeiter entlassen wird, der sich jahrelang in die Forschungsthemen eingearbeitet hat. Was für eine Missachtung wissenschaftlicher Leistung!

 

Ein Kommentar

  1. Avatar Erwin Rausch 18. Dezember 2015

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