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Lehrer

Ein Klassenzimmer steht Kopf – kreatives Flipped Classroom

Geschätzte Lesezeit: 3-4 Minuten
kratives lernen mit flipped classroom
Mrz
4
2016

Flipped Klassroom. Lernzenario mal anders; Foto: WavebreakmediaMicro - Fotolia

Wir sind es gewohnt, die Dinge logisch von vorne anzugehen. Für die meisten Lehrenden bedeutet das: Dozieren und erarbeiten, Hausaufgaben, Wiederholung. Das Unterrichtskonzept „Flipped Classroom“ stellt das klassische Lernszenario im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf. Schülerinnen und Schüler schauen sich die Lerninhalte zu Hause auf Erklärvideos an. Im Unterricht werden Fragen beantwortet, die Inhalte diskutiert und Unklarheiten beseitigt. Die vertiefende Auseinandersetzung und das Üben geschehen also in der Schule. Und das ratlose Grübeln bei den Hausaufgaben hat ein Ende. Im Zentrum aller Überlegungen steht das Ziel, Interesse und Motivation des Lernenden wecken und die Schüler individuell zu fördern. Der Lernende soll aus der passiven in eine aktive Rolle versetzt werden und bekommt damit die Möglichkeit, selbst Verantwortung für seinen Lernprozess zu übernehmen.

Alt bekannt

In den USA setzt man dieses Konzept bereits seit zehn Jahren in den Schulen erfolgreich um. Die Idee an sich ist nicht neu. Man kennt sie aus dem Deutsch- und Sprachunterricht, wenn es um das Lesen von Literatur geht. Das Buch wird zuerst als Hausarbeit gelesen, damit es in Schule interpretiert werden kann. Jetzt haben vor allem die Mathematiker diese Methode für sich entdeckt. Das ist außergewöhnlich!

Erarbeitungsphase

Die theoretischen Grundlagen werden nicht mehr im Frontalunterricht oder durch Dozieren angeeignet, sondern vorbereitend mit Videos. Diese haben den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler die Themen in ihrem eigenen Tempo erarbeiten. Das Video kann bei Fragen angehalten, zurückgespult oder mehrmals angesehen werden. Diese Erarbeitungsphase ist Teil der Hausaufgabe. Nur passives Ansehen gilt nicht. Es müssen die darin gestellten Arbeitsaufträge erfüllt und schriftlich festgehalten werden. Vorteil dieser Unterrichtsmethode ist auch, dass verpasster Unterricht per Video nachvollzogen werden kann und die Übungen später nachgearbeitet werden.

Präsenzphase

Früher wurde für den Input mittels Film ein Großteil der Unterrichtsstunden in der Schule benutzt. Wenn man ausgewählte Videos als Hausaufgabe aufgibt, gewinnt man wertvolle Unterrichtszeit. Die gewonnene Zeit kann der Lehrer verwenden, um sich in der Präsenzphase mit diversen Methoden und Aufgabenstellungen grünlich auseinanderzusetzen oder zu üben. Ein wichtiger Teil der Hausübung besteht darin, alle Unklarheiten zu notieren, die sich beim Anschauen des Videos stellen, um im Unterricht offene Fragen systematisch aufzuarbeiten. So fügt es sich folgerichtig in den Unterrichtsplan, dass die darauffolgende Stunde mit einer Fragerunde beginnt. Um den Lernfortschritt zu überprüfen, kann sich ein kurzes Unterrichtsgespräch zwischen Lehrer und Klasse anschließen, das sich mit dem Inhalt des Videos befasst.

Methodenvielfalt

Der gewonnene Raum ist buchstäblich eine Einladung an Schüler und Lehrer, die Unterrichtsphase mit abwechslungsreichen Interaktionen zu bereichern. Kleine Wettbewerbe mit kurzen Kopfrechen- oder Denksportaufgaben kommen immer gut bei den Schülern an, denn sie machen munter und wecken den Teamgeist. Ist das Plenum wachgerüttelt, kann man zum nächsten Teil der Präsenzphase übergehen.
Es können leichte, mittelschwere und schwere Übungsaufgaben einzeln oder in kleinen Gruppen angeboten werden. Auf diese Weise kann jeder Schüler nach seinem Lernstand arbeiten. Anhand von bereitgestellten Lösungen kann er sich selbst kontrollieren. Der Lehrer begleitet die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Lernfortschritt und gibt individuelle Hilfestellung.

Umfangreichere Aufgaben und schwierigere Aufgaben werden in einem Unterrichtsgespräch gelöst, wenn für den Großteil der Schüler die selbstständige Erarbeitung zu schwierig ist. Dabei zieht sich der Lehrer aus der aktiven Rolle zurück und zwei Schüler moderieren und protokollieren die Unterrichtsdiskussion. Sie übernehmen die Rolle des Lehrers. Er steht im Hintergrund, sorgt für Ruhe und beobachtet die Schüler. Er greift nur ein, um den Moderator bei seiner Fragestellung zu unterstützen oder um den Schülern zu helfen, wenn sie einen falschen oder ungünstigen Lösungsweg einschlagen. Die Schüler lernen in diesen Pro- und Kontra-Diskussionen, wie man Argumente findet, unterstützt oder entkräftet.

Inverted classroom

Vorlesungen an Universitäten und Hochschulen bestehen generell darin, dass ein Dozent vorträgt und Studierende mehr oder weniger aktiv zuhören. Auch hier kann man „Flipped Classroom“ praktizieren. Es ist als „Inverted Classroom“ bekannt. Im Fach Mathematik heißt das, dass der Vortrag des Lehrenden an der Tafel einmal abgefilmt und auf YouTube oder im Intranet hochgeladen wird. Lernplattformen mit Arbeitsblättern als Hausarbeit ergänzen das Angebot. Nach dieser Vorbereitung kommen die Studenten in die eigentliche Vorlesung und versuchen nun mit Unterstützung des Dozenten Aufgaben gemeinsam zu lösen. Auch er kann dabei auf die methodische Vielfalt – Moderation und Diskussion durch Studenten -zurückgreifen.

Lernzentrierter Unterricht, individuelle, differenzierte Förderung, Moderation und Diskussion, aktive Schülerrollen, Methodenvielfalt und kreatives Potenzial in der Unterrichtsphase. „Flipped Classroom“ – eine geniale Einladung zum selbstverantwortlichen Lernen!

Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. ph-heidelberg.de: Prof. Dr. Christian Spannagel
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