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Witwenrente bei den Beamten — Hier gelten eigene Regeln

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Älteres Ehepaar trinkt Tee
Dez
14
2015

Witwenrente bei Beamten; Bild: Rawpixel Ltd.

Das Beamtendasein bringt so einige Vorteile und Besonderheiten mit sich. Über diese sollte man als Beamter, im besten Fall, im Bilde sein. Nicht nur in Sachen Krankenversicherung, sondern auch bei der Rente, gibt es einige „eigene Regeln“ für Beamte. Während Angestellte im Ruhestand Rente beziehen, bekommt ein Beamter im Ruhestand Pension. Auch bei der Versorgung der Hinterbliebenen gibt es Unterschiede.

Witwenrente vs. Witwengeld

Auch bei der Versorgung von hinterbliebenen Familienmitgliedern unterscheidet sich das Angestelltenverhältnis vom Beamtenverhältnis. Das für diese Regelung zuständige Gesetzt, das Beamtenversorgungsgesetz, besagt das Ehegatten, beziehungsweise Lebenspartnern ein sogenanntes Witwengeld. Bis hierhin unterscheid sich diese Regelung noch kaum von der Witwenrente. Allerdings kann es durchaus zu einigen Sonderfällen bei Beamten kommen, die es zu kennen gilt.

Ebenfalls gleich ist bei der Hinterbliebenrente für Beamte und Angestellte, dass seit 2002 die Höhe von 60% des Ruhegehaltes, auf 55% gesenkt wurde. Ist ein Hinterbliebener nach 1962 geboren, erhält er noch den höheren Betrag. Ist er hingegen nach 1962 geboren, werden nur die 55% gezahlt. Möchte man als Angestellter Rente beziehen, muss eine bestimmte Zeit zuvor in eine Rentenkasse eingezahlt werden. Das Gleiche gilt auch für Beamte. Hier muss ebenfalls eine sogenannte „Mindestwartezeit“ eingehalten werden. Das bedeutet, dass ein Beamter vor Pensionsbezug mindestens 5 Jahre tätigt sein muss, es sei denn er hat einen Dienstunfall erlitten. Hat ein hinterbliebener Beamte noch ein Erwerbseinkommen, eine eigene Witwenrente oder ein Ruhegehalt, wird das Versorgungsgeld gekürzt. Allerdings haben Beamten-Witwen einen Pluspunkt: Denn nach der Anrechnung des Verdienstes, müssen mindestens 20% der Pension des verstorbenen Beamten erhalten bleiben. Bei Angestellten-Witwen gibt es diesen „Mindest-Bezug“ nicht.

Zweckehen außen vor

Um das Risiko von sogenannten „Versorgungsehen“ kurz vor dem Tod zu vermeiden, wurden spezielle Regeln bezüglich Zeit und Alter bei der Eheschließung eingeführt. Hierzu gehört, dass eine Partnerschaft mindestens ein Jahr bestehen muss, ehe diese anerkannt wird. Man möchte vermeiden, dass das Versorgungssystem ausgenutzt wird. Wie beispielsweise bei einer Heirat, bei der der Mann unheilbar an Krebs erkrankt ist und der Tod absehbar ist. Natürlich ist im Zweifelsfall eine Einzelfallprüfung möglich. Ebenfalls gibt es eine Sonderregelung bei großen Altersunterschieden zwischen den Ehepartnern. Hier wird das Witwengeld für jedes Jahr Altersunterschied um 5% gekürzt. Allerdings höchstens um 50%.
Des Weiteren gilt, dass wenn der Verstorbene zur Zeit der Eheschließung das Alter von 65, beziehungsweise 67, erreicht hat und im Ruhestand ist, keinerlei Anspruch auf Witwengeld besteht. Dieser Sonderfall findet jedoch Entsprechung im Beamtenversorgungsgesetzt. Denn dann besteht nämlich die Möglichkeit einen Unterhaltsbetrag beziehen zu können.

Kein Witwengeld, dafür Unterhalt

In den meisten Fällen unterscheiden sich Witwengeld und Unterhalt in der Höhe nicht. Allerdings sind die Anrechnungsregeln für den Unterhalt deutlich strikter. Vor allem bei der Anrechnung von Renten, Abfindungen oder Einkommen, wird streng kontrolliert. Unterhalt kann erst bezogen werden, wenn die Ehe länger als zwei Jahre gehalten hat. Auch beim Unterhalt spielt der Altersunterschied zwischen den Ehepartnern wieder eine Rolle. Ist die Witwe beispielsweise unter 35 oder der verheiratete Mann über 80, wird kein Unterhalt gezahlt.

Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. dbwv.de – Was bleibt übrig, wenn einer nicht mehr ist?
  2. gevestor.de – Witwenrente: Beamte mit eigenen Regeln
  3. n-tv.de – Hochzeit lange geplant-Witwengeld auch bei kurzer Ehe

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