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Studierenden wird mehr Eigenverantwortung übertragen

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Studierende im Hörsaal hören konzentriert zu
Apr
25
2016

Studierenden erhalten mehr Eigenverantwortung; Bild: WavebreakmediaMicro

Die Anwesenheitspflicht für Studierende an Veranstaltungen deutscher Hochschulen wurde in einigen Bundesländern abgeschafft. Empirische Studien haben ergeben, dass die Liberalisierung zu schlechteren Noten und Studienabbrüchen führt. Hochschulen sind dem Studienerfolg verpflichtet. Und Studierenden wird die Selbstverantwortung für ihre Entscheidungen überlassen. Ein Widerspruch?

 

Studenten in Nord-Rhein-Westfalen haben Grund zum Jubeln. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es in Vorlesungen und Seminaren keine Anwesenheitskontrollen mehr. Studierende sind Erwachsene. Sie legen selbst fest, wie sie ihr Studium zum Erfolg führen. Aber trifft das auf alle zu?

Unterstützung als Zwang

Rolf Schulmeister, Hochschulforscher an der Universität Hamburg, hat zu dieser Frage eine Metastudie unterbreitet. Die Studie „Abwesenheit von Lehrveranstaltungen – Ein nur scheinbar triviales Problem“ erbrachte, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit der Studenten in den Veranstaltungen und ihrem Prüfungsergebnis gibt. Demnach genügen bereits drei versäumte Termine, um das Resultat zu beeinträchtigen. Nach vier versäumten Veranstaltungen würde das Leistungsvermögen deutlich nachlassen.

Das Fazit: Eine eigenständige, leistungsstarke Persönlichkeit kann sich nur entwickeln, wenn sie gefördert und strukturiert wird.

Die Verlierer

Die Studie hat noch mehr zutage gebracht: Verlierer sind die leistungsschwächeren und jüngeren Studenten. Sie fehlen laut der Studie häufiger in Kursen mit hohem Anspruch. Je schwieriger die Kurse werden, um so wichtiger ist die Anwesenheit. Ältere Studenten kommen verlässlich in die Veranstaltungen. Die Wechselwirkungen zwischen Präsenz und Lernerfolg seien erheblich höher als zwischen Selbststudium und Lernerfolg. Daneben sei das tatsächliche Lernverhalten der Studierenden mit dem Anspruch auf adultes Lernen nicht vereinbar.

Persönliche Motivation

Natürlich geben die Motivation, die persönliche Auffassungsgabe und das Interesse an der Veranstaltung den Ausschlag für den Studienerfolg. Wenn ein Thema nicht interessiert, geht man nicht hin oder hört nur mit halbem Ohr zu. Ein langweiliger Vortrag ist auch bei Anwesenheitspflicht die pure Zeitverschwendung. Veranstaltungen, in denen Professoren Folie für Folie ihrer Bücher ohne Erklärung umblättern, sind vergeudete Zeit. Gut, wenn dann eine versäumte Präsentation aus dem Netz gezogen werden kann. In diesem Fall liegt der Vorteil auf der Hand. Der Student kann online in seinem eigenen Lerntempo den Stoff nachholen.

Verschulung oder Befreiung

Die Politik hat sich zwei hochschulpolitischen Ziele verpflichtet. Zum einen hat sie zum Zweck der internationalen Vergleichbarkeit durch den Bologna-Prozess der Verschulung der Universitätslehre zugestimmt. Andererseits entbindet die Politik einiger Bundesländer die Studenten von der Teilnahmepflicht an universitären Veranstaltungen. Kritiker halten diesen Umstand für inkonsequent. Allerdings wird fast jeder Kurs nach Bologna mit einer Prüfung abgeschlossen. Ein Teil der Studenten wird sich falsch einschätzen und durch die Klausur fallen. Wer sich ernsthaft für ein Universitätsstudium entschieden hat, wird es beim zweiten Anlauf besser machen. Er wird aus seinen Fehlern lernen und die Technik ändern. Jeder muss für sich selbst die richtige Arbeistweise herausfinden. Für den einen ist es die Präsenzveranstaltung, für andere das E-Learning oder eine Kombination von beiden.

Ein Hochschulstudium fordert und fördert ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Denken und Arbeiten. Es schließt auch das Recht ein, Vorlesungen zu besuchen, die motivierend und anregend aufgebaut sind. Die Hochschullehrer stehen in der Pflicht, ihre Lehrveranstaltungen so attraktiv wie möglich zu gestalten. Die Studierenden müssen lernen, aus eigener Initiative Verantwortung für ihr Studium zu übernehmen. Denn spätestens nach dem ersten Bewerbungsgespräch werden sie die unerfreuliche Konsequenz ihres nicht Erwachsenwerdens zu spüren bekommen.

Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
  1. zeit.de: Anwesenheitspflicht: Wer nicht kommt, verliert
  2. hrk-nexus.de: Hochschulrektorenkonferenz
  3. zeit.de: Universität: Verschulung? Ja bitte!
  4. zeit.de: Anwesenheitspflicht: Wir Dozenten sind nicht eure Vorturner!

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