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Lexikon

Versorgungsabschlag

Geschätzte Lesezeit: 2-3 Minuten
Versorgungsabschlag, zerschnittener Geldschein
Aug
18
2017

Versorgungsabschlag, zerschnittener Geldschein; Bild: Africa Studio - Fotolia

Definition

Geht ein Beamter aufgrund einer Dienstunfähigkeit vorzeitig in Rente, wird sein Ruhegehalt (Bruttoruhegehalt) um den sogenannten Versorgungsabschlag gemindert. Dies gilt für die Gesamtdauer der Bezüge, also auch im Fall der Hinterbliebenenversorgung im Todesfall. Die Höhe des individuellen Versorgungsabschlags hängt dabei von der Zeitspanne des Beginns des Ruhestandes bis Ende des Monats der Vollendung der jeweiligen Abschlagsaltersgrenze sowie der Position ab.

Der Versorgungsabschlag kann jedoch maximal 10,8 v. H. (von Hundert) betragen.

Anrechnungszeiten

Wird ein Beamter aufgrund einer Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, ist neben der Länge der Dienstzeit und der zeitlichen Entfernung bis zum regulären Eintritt in den Ruhestand auch die aktuelle Position maßgeblich für einen Anspruch auf ein Ruhegehalt.

Beamte auf Widerruf:

Beamte auf Widerruf werden im Fall einer Dienstunfähigkeit in keinem Fall in den Ruhestand versetzt und haben somit auch keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt.

Beamte auf Probe:

Beamte auf Probe erhalten bei einer Versetzung in den Ruhestand aufgrund einer Dienstunfähigkeit infolge eines Dienstunfalls oder einer Dienstbeschädigung ein Ruhegehalt in entsprechender Höhe.

Beamte auf Lebenszeit:

Beamte auf Lebenszeit werden bei einer Dienstunfähigkeit sowohl infolge eines Freizeitunfalls, einer Krankheit, eines Dienstunfalls als auch bei einer Dienstbeschädigung in den Ruhestand versetzt und erhalten ein entsprechendes Ruhegehalt.

Bei der Berechnung der Höhe des Ruhegehalts werden die anrechnungsfähigen Dienstjahre herangezogen. Hierbei zählt die Zeit ab dem Moment der Berufung in das erste Beamtenverhältnis bis zum Eintritt in den Ruhestand. Weitere anrechnungsfähige Zeiten sind zudem unter anderem:

  • Die Dienstzeit in einem Beamtenverhältnis, die nach Vollendung des 17. Lebensjahres erbracht worden ist
  • Dienstzeiten außerhalb eines Beamtenverhältnisses, die aber der Beamtenlaufbahn zuträglich waren und zur Ernennung geführt haben
  • Vordienstzeiten, Ausbildungszeiten, Zurechnungszeiten
  • Kindererziehungszeiten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes
  • Die jeweilige Dienstzeit wird individuell anhand vieler Parameter berechnet, sodass diese hier pauschal nicht wiedergegeben werden können.

    Höhe des Versorgungsabschlages

    Wird ein Beamter aufgrund einer Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand versetzt, wird das Ruhegehalt um einen Versorgungsabschlag von 3,6 v. H. pro Jahr gemindert.

    Dabei ist die Zeit vom Eintritt in den Ruhestand bis zum Ende des Monats der Vollendung der individuellen Abschlagsaltersgrenze maßgeblich für den Umfang der Minderung.

    Allerdings kann der Versorgungsabschlag maximal 10,8 v. H. betragen. Weiterhin muss die Mindestversorgung gewahrt sein.

    Bei Beamten mit besonderen Altersabschlagsgrenzen gilt die Berechnung des Versorgungsabschlages entsprechend.

    Zeitpunkt der Versetzung in den Ruhestand vor demLebensalter
    01.01.201263 Jahre
    01.02.201263 Jahre + 1 Monat
    01.03.201263 Jahre + 2 Monat
    01.04.201263 Jahre + 3 Monat
    01.06.201263 Jahre + 5 Monat
    01.01.201363 Jahre + 6 Monat
    01.01.201463 Jahre + 7 Monat
    01.01.201563 Jahre + 8 Monat
    01.01.201663 Jahre + 9 Monat
    01.01.201763 Jahre + 10 Monat
    01.01.201863 Jahre + 11 Monat
    01.01.201964 Jahre
    01.01.202064 Jahre + 2 Monate
    01.01.202164 Jahre + 4 Monate
    01.01.202264 Jahre + 6 Monate
    01.01.202364 Jahre + 8 Monate
    01.01.202464 Jahre + 10 Monate
    Ruhestand ab 02.01.202465 Jahre

    Beispiel (1) – Verwaltungsbeamter:

    Geburtsdatum: 03.05.1949
    Eintritt in den Ruhestand mit Ablauf des 31.07.2013
    Berechnungszeitraum: 01.08.2013 – 31.08.2014 = 1 Jahr / 31 Tage, also 1,08 Jahre

    • 1,08 Jahre x 3,60 v.H. = 3,89 v. H.

    Somit beträgt der Versorgungsabschlag 3,89 v. H.

    Beispiel (2) – Lehrerin:

    Geburtsdatum: 03.01.1959
    Ruhestand mit Ablauf des 31.01.2023 (gesetzliche Altersgrenze bei Lehrern ist der Ablauf des Schulhalbjahres, in dem diese erreicht wird)

    Berechnungszeitraum: 01.02.2023 – 31.03.2025 = 2 Jahre / 59 Tage, also 2,16 Jahre
    • 2,16 Jahre x 3,60 v.H. = 7,78 v. H.

    Somit beträgt der Versorgungsabschlag 7,78 v. H.

    Beispiel (3) – Staatsanwalt:

    Geburtsdatum: 03.09.1955
    Eintritt in den Ruhestand mit Ablauf des 30.04.2015

    Berechnungszeitraum: 01.05.2015 – 30.06.2019 = 4 Jahre / 61 Tage, also 4,17 Jahre
    • 4,17 Jahre x 3,6 v.H. = 15,01 v. H., maximal jedoch 10,8 v. H.

    Somit beträgt der Versorgungsabschlag 10,8 v. H.

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