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Dutzenden Lehramtsstudenten droht Zwangsexmatrikulation

Geschätzte Lesezeit: 1-2 Minuten
Apr
27
2015

Dutzenden Lehramtsstudenten droht Zwangsexmatrikulation

27.04.2015 — Student zu sein klingt immer super: Viel Freizeit, hier und da mal eine Vorlesung und am Ende des Semesters Klausuren, für die man im Vorfeld bereits viel Zeit zum Lernen hat. Doch seit dem das Studium mit Modulen und Modulklausuren durchgezogen werden soll, können aus einer Regelstudienzeit von 8 Semestern ganz flott 12 Semester werden. Das alleine würde kein Problem darstellen, aber die Studenten der alten Prüfungsordnungen müssen ein „Verfallsdatum“ für die Klausuren einhalten, da sie sonst exmatrikuliert werden.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind laut Schätzungen allein an der Uni Köln etwa 6000 Studenten. Aufpassen müssen nämlich Diejenigen, die noch in den alten Staatsexamensstudiengängen eingeschrieben sind, da die Fristen für ihre Prüfungen bald auslaufen. Neben der Uni Köln sind vermutlich noch über 3000 weitere Studenten betroffen. Kann diese Frist nicht eingehalten werden, droht den betroffenen Studenten die Exmatrikulation und damit ein umsonst absolviertes Studium. 2016 sollen die allerletzten Prüfungen für angehende Lehrer der Grundschulen, Hauptschulen und Realschulen geschrieben werden. Die der Gymnasiallehrer, Gesamtschullehrer und Berufsschullehrer folgen dann etwa ein halbes Jahr später.

Bisherige Verlängerung nicht genug

Obwohl die Frist für das Lehramtsstudium bereits einmal verlängert wurde, scheint auch diese neue Frist von 6 Jahren in vielen Fällen zu kurz zu sein. Momentan wird darüber diskutiert, ob die Studiums Frist nicht doch noch einmal verlängert werden soll. Obwohl sich eine Verlängerung von 4 auf 6 Jahre zunächst wirklich viel anhört, darf man nicht außer Acht lassen, dass neben dem Studium gearbeitet werden muss und alle zusätzlichen Erfahrungen und Engagements zur Verlängerung des Studium führen. Es ist schließlich nicht Sinn und Zweck engagierte Studenten zu bestrafen, nur weil sie aufgrund ihrer Bemühungen etwas länger für ihr Studium brauchen. Zudem ist der Stoff in der Regelstudienzeit oftmals nicht oder nur sehr schwer zu bewältigen.

Länger brauchen heißt nicht versagen

Fakt ist hierbei, dass es sicherlich keine Lösung ist über 9000 Studenten zu exmatrikulieren, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Wäre dies der Fall, hätt man die Studenten um sehr viel Lebenszeit und noch mehr Schweiß und Tränen gebracht. Manchmal ist es besser als Schildkröte ins Ziel zu kommen, als Hase auf halber Strecke an einem Herzkasper zu sterben. Die Umstellung von den Staatsexamen auf das Bachelor-System ist ohnehin fraglich. Und man kann nicht davon ausgehen, dass nur weil jemand im Studium länger braucht, dass Interesse an der Berufswahl abgeflaut ist. Insgesamt sollte auf jeden Fall eine studentenorientierte Lösung erdacht werden, denn ein Lehrermangel besteht schon und dieser würde durch abertausende Abbrecher nicht gerade besser werden. 
Weiterführende Quellen zu diesem Thema:
derwesten.de ksta.de ksta.de

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